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EIN Café-Chantant (Französisch; wörtlich "singendes Café") ist eine Art Musikveranstaltungsort, an dem Musikdarbietungen hauptsächlich von Einheimischen gegeben werden. Zwar gab es Ähnlichkeiten mit unter anderem Kabarett, Varieté-Show, Varieté, ein Café Chantant war ursprünglich ein Straßencafé, in dem kleine Gruppen von Künstlern populäre Musik für das Publikum aufführten. Das Musikgenre wurde ursprünglich mit dem Belle Epoque in Frankreich und war im Allgemeinen unbeschwert, manchmal gewagt und sogar unhöflich, aber im Gegensatz zum Kabarett nicht besonders politisch oder konfrontativ.
Nationale Varianten
Der Café-Chantant kommt aus dem Paris und London des 18. Jahrhundert, erlangte jedoch seine größte Popularität im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert mit dem Wachstum mehrerer anderer nationaler "Schulen" (neben den französischen). Man sprach von einem italienischen, deutschen oder österreichischen Café-Chantant. Einer der berühmtesten Interpreten war Geiger Georges Boulanger, der von 1910 bis 1958 in diesem Genre auftrat.
In Spanien waren die Anlässe bekannt als Cafés Kantanten, die von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1920er Jahre als Ort der Wahl für professionelle FlamencoAufführungen funktioniert.
Auf Türkisch waren Café-Gesänge bekannt als kafeşantan, von denen viele Anfang des 20. Jahrhunderts im Bezirk Beyoğlu/Péra eröffnet wurden Istanbul. Sie werden in den Memoiren von Autoren wie Ahmed Rasim und Sermet Muhtar Alus. Während der Ottomane zeit gab es in Istanbul bereits ab 1554 eine Art Vorläufer des kafeşantan, die sog kahvehane. Diese sprangen wie Pilze aus dem Boden, und die meisten hatten den Status eines Social Clubs.
In dem Russisches Reich der Begriff wurde als "kafe-shantan" (кафе-шантан) in die russische Sprache übernommen. Odessa war die berühmteste Stadt für ihre zahlreichen Kafe-Shantany.
Literatur
- François CARADEC & Alain WEILL, Le Café-Konzert, Paris, Hachette/Massin, 1980, ISBN|2-01-006940-4 & Paris, Fayard, 2007, ISBN|978-2-213-63124-0.
- Willy LUSTENHOUWER, Geschichte des Café-Gesänges, mit 249 Café-Gesängen aus Omas Zeiten, Brügge, 1987.
- Serge DILLAZ, La Chanson sous la IIIe Republique (1870-1940), Paris, Tallandier, 1991, ISBN|2-235-02055-0.
- Concetta CONDEMI, Les Cafés-Konzerte, histoire d'un divertissement (1849-1914), Paris, Hrsg. Quai Voltaire Histoire, 1992 S., ISBN|2-87653-110-0.
- Jean-Luc ROUX, Le Café Konzert in Lyon (XIX. et debut XXe siècle), Lyon, Editions lyonnaises d'art et d'histoire, 1996, ISBN|2-84147-033-4.
- Eva Kimminich, Erste Lieder. Zensierte Chansons aus Pariser Cafés Konzerte des 19. Jahrhunderts. Versuch einer kollektiven Revormung gesellschaftlicher Wirklich¬keiten, Tübingen (Stauffenburg), 1998, ISBN|3-86057-081-1.
- Jean-Christophe DIEDRICH, Les cafes Konzerte und Lorraine Allemande et française 1870-1914, im: Actes du colloque de l'Université de Tours : Divertissements et loisirs dans les sociétés urbaines à l'époque moderne et contemporaine, Tours, Presse universitaire F. Rabelais, 2005, ISBN|2-86906-203-6.
Wissenswertes
Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise
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