WikiDer > Verteilungscoupon
Rationsgutscheine eingesetzt werden, wenn Maßnahmen zur gerechten Verteilung von Gütern unter der Bevölkerung durch Rationierung sind notwendig. Während eines Krieges oder einer anderen Krisensituation kann es zu Engpässen bei Rohstoffen und/oder Nahrungsmitteln kommen, so dass ein Verteilungssystem eingeführt werden muss, da anderenfalls einigen Verbrauchern von Nahrungsmitteln und Gütern dieses vorenthalten wird. Darüber hinaus ist die Absicht horten und spekulieren entgegenzuwirken.
Um sicherzustellen, dass in Zeiten des Nahrungsmangels weiterhin alle Zugang zu Rohstoffen und Nahrungsmitteln haben, kann eine Regierung Verteilungsgutscheine ausstellen. Wenn ein Produkt wie Kaffee auf eine Packung pro Person rationiert wird, darf ein Geschäft nur eine Packung pro Person verkaufen. Aber diese Person kann mehrere Geschäfte besuchen oder ihre ganze Familie losschicken, um jeweils eine Packung Kaffee zu kaufen. Um die Rationierung effektiv zu gestalten, ist daher ein Kontrollmittel notwendig: der Verteilungsschein.
Die Niederlande
Sowohl im Erster Weltkrieg wie im Zweiter Weltkrieg In den Niederlanden gab es einen Vertrieb, bei dem alle Arten von Lebensmitteln und Waren "auf der Quittung" waren. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg war die Verteilung knapper Güter noch einige Jahre notwendig. Um Verteilungsgutscheine zu erhalten, musste man im Besitz einer sogenannten Verteilungskarte sein, die von der Regierung ausgestellt wurde. Nachdem man die Coupons erhalten hatte, konnte man den Laden zu den in den Zeitungen angekündigten Zeiten besuchen, um rationierte Produkte zu kaufen. Da alle gleichzeitig ihre Quittungen abgeben mussten, bildeten sich lange Schlangen vor den Geschäften. Die Leute brauchten Geld und Verteilungsgutscheine, wenn sie Geld hatten, aber keine Gutscheine, durften sie nicht verkaufen.
In dem Erster Weltkrieg wurden unter anderem Fleisch und Brot mit den rationierten Einheitswurst und Regierungsbrot.
Auf 11. Oktober1939 In den Niederlanden war Zucker das erste Produkt im Zweiten Weltkrieg, das nur mit Gutscheinen erhältlich war. Ab Januar 1940 dies galt auch für Erbsen. Wir sehen uns im 50er Jahre viele Waren gab es nur "auf der Quittung", Kaffee war drin 1952 das letzte Produkt, das endlich wieder frei verfügbar war.
Eine begrenzte Form der Verbreitung tauchte während der kurzzeitig wieder auf Ölkrise von 1973, wo nur Erdölprodukte, insbesondere Benzin, wurden rationiert.
Zweiter Weltkrieg
Die folgenden Verteilungsdokumente waren während der Besatzung in den Niederlanden in Kraft.
- Erste Vertriebs-Mastercard
- Zweite Vertriebs-Mastercard
- Tabakkarte
- Textilkarte
- Geschirrkarte
- Neue Gutscheinkarte
- Aktuelle Quittungskarte
- Einlegeblatt
Die Stempelkarte First Distribution wurde in den Niederlanden kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs eingeführt. Der Austausch der Karte mit anderen (Angehörigen und anderen) war verboten. Die Zweite Verteilungs-Stempelkarte wurde von den deutschen Besatzern eingeführt, um den Tausenden von Untergetauchten die Nahrung zu entziehen (diese Menschen hielten sich oft versteckt, weil sie nicht für die deutschen Besatzer in Deutschland arbeiten wollten). Denn wer keinen Stammbaum hatte, konnte keine Coupons bekommen und konnte somit keine Lebensmittel und andere Waren kaufen. Um die Zweitverteilungs-Stempelkarte zu erhalten, musste man sich zunächst bei der Regierung mit der Personalausweis. Wenn dies in Ordnung war (es waren Fälschungen im Umlauf), wurde auf dem Personalausweis und der Ahnentafel ein Kontrollsiegel angebracht. Wenn sich Personen versteckt hielten (diese Personen hatten oft einen gefälschten Personalausweis), konnten sie sich nicht legal melden und erhielten daher keine Ahnentafel und somit auch keine Verteilungsbelege. Diese Maßnahme wurde vom Widerstand des öffentlichen Dienstes sorgfältig sabotiert. Zum Ärger der deutschen Regierung stellte sich heraus, dass mehr Ahnentafeln ausgestellt wurden, als die Bevölkerung ihrer Meinung nach groß war, ohne dass klar war, wo der Betrug stattgefunden hatte.
Während des Krieges durchsuchten Widerstandsgruppen daher die Büros, in denen die Quittungen aufbewahrt wurden, die Vertriebsbüros. Die so erhaltenen Gutscheine wurden an die Untergetauchten verteilt, damit sie zusätzliche Lebensmittel für die Untergetauchten kaufen konnten. Der spektakulärste Raub war der was Tilburg Stempelhocke am 25. Januar 1944, bei dem 105.000 sogenannte Rauter-Briefmarken für die Zweitverteil-Stempelkarte erbeutet wurden.
Aufgrund der Knappheit an Rohstoffen aller Art Ersatzdrogen. Tabak war auf der Tabakkarte erhältlich. Nach Kriegsende war dies kein gewöhnlicher Tabak mehr, wie er vor dem Krieg bekannt war. Im Hausgarten wurde auch Tabak von minderer Qualität angebaut. Viele Raucher deckten ihren Nikotinbedarf mit "Box ShagSeife bestand aus Ton und Sand, daher der Name "Tonseife", Münzen aus Zink, Schuhe aus Pappe und Papier, auch andere Dinge wurden aus Surrogat hergestellt. Kriegsbrot bestand teilweise aus Kartoffel- oder Hülsenfrüchtemehl, hatte eine dunkle Farbe und schmeckte matschig und sauer.
Textilien waren auf der Textile Card erhältlich und Geschirr konnte mit der Crockery Card gekauft werden.Die sogenannten Bon Cards konnten Fleischkarten, Brotkarten, Butterkarten, Snackkarten und Blumenkarten sein. Es gab auch eine allgemeine Gutscheinkarte. Treibstoffe waren auch "auf der Quittung". Bei der Abgabe der Tankgutscheine hat der Lieferant den Erhalt dieser Gutscheine nachgewiesen. Wenn beispielsweise beim Transport dieser Brennstoffe (meist Kohle) eine Kontrolle stattfand, musste eine solche Quittung vorgelegt werden, andernfalls wurden die Brennstoffe beschlagnahmt.
Neben den regulären Distribution Master Cards gab es auch sogenannte Notfall-Masterkarten.
Die Beilage war eine Karte, auf der stand, wann man die nächsten Couponbögen abholen konnte. Ein Stempel davon musste abgerissen und abgegeben werden. Anschließend wurde auf der Stamkaart und der Beilage vermerkt, welche Quittungen gesammelt worden waren. Die Einsätze bestanden aus K-Einsätzen und L-Einsätzen. Diese Unterscheidung erfolgte nach Alter und Vermögen der Beteiligten. Kinder brauchten zum Beispiel andere Quittungen (und damit auch andere Beilagen) als Erwachsene.
Die Ladenbesitzer wiederum mussten die erhaltenen Gutscheine abgeben, um ihre Bestände aufzufüllen. Einzelhändler, die eine falsche Quittung einreichten, riskierten den Verlust ihrer Lizenz.
Während der Hunger Winter (September 1944 bis Mai 1945) waren noch viele Gutscheine im Umlauf, aber in den westlichen Niederlanden gab es aufgrund der deutschen Blockade keine Lebensmittel mehr. Deshalb zogen Zehntausende Menschen aus den Städten in den Osten der Niederlande, in der Hoffnung, etwas kaufen zu können. Dabei wurden Hunderte von Kilometern zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt. Im Hungerwinter starben über 20.000 Niederländer an Hunger.
Textilkarte
Am 5. August 1940 kam die erste Textilkarte mit einer Gültigkeitsdauer bis zum 1. Februar 1941 für verschiedene Personengruppen in Umlauf. Diese zählten jeweils 100 Punkte. Vom 5. August 1940 bis zum 1. November 1940 konnten 40 Punkte abgegeben werden; für die restlichen 60 Punkte konnte man Kleidung vom 1. November 1940 bis 1. Februar 1941 kaufen. Reste der ersten Periode konnten in der zweiten noch eingetauscht werden. Familien mit geringem Einkommen (< 350 Gulden) wurden mit Zuschusskarten versorgt.
Folgende Karten wurden vergeben:
- Rot, für Männer und Jungen ab 15 Jahren
- Blau, für Frauen und Mädchen ab 15 Jahren
- Braun, für Jungen von 3 bis 15 Jahren
- Grün, für Mädchen im Alter von 3 bis 15 Jahren
- Grau, als Ergänzungskarte
Jede zuschlagsberechtigte Familie erhielt 50 Extrapunkte für das Familienoberhaupt und weitere 30 Extrapunkte für jedes Familienmitglied ab 15 Jahren.
Als sich der Krieg hinzog, wurde deutlich, dass werdende Mütter schwarzer Handel waren schwer betroffen, da sie Vorräte an Windeln und anderer Babykleidung zurückhielten. Sie nahmen ihnen rigoros den Wind aus den Segeln, indem sie ab dem 1. Januar 1943 Babypakete verteilten. Die werdende Mutter übergab dem Ladenbesitzer ihre Erlaubnis und erhielt dann eine direkte Nachricht von einem Zentrallager, dass ihre Sendung fertig sei. Mit dieser Nachricht konnte sie ihr Paket zum Festpreis beim Ladenbesitzer abholen und war damit den Schwarzhändlern einen Schritt voraus.
Als Anhaltspunkt eine Angabe sowohl der Preise als auch der geforderten Punkte einiger häufig verwendeter Kleidungsstücke. Ein Wintermantel kostete 90 Punkte, war also in der Praxis sehr schwer zu kaufen.[1]
| Artikel | Preis '39 | Preis '44 | Preis '46 | Punkte '40 | Punkte '46 |
|---|---|---|---|---|---|
| Damenmantel | 25,- | 40,- | 60,- | 40 | 40 |
| Kindermantel | 15,- | 25,- | 35,- | 25 | 25 |
| Herrenjacke/Regenmantel | 25,- | 45,- | 65,- | 65 | 40 |
| Herrenkostüm | 40,- | 70,- | 90,- | 70 | 60 |
| Frauenkleid | 10,- | 18,- | 18,- | 30 | 15 |
| Kinderkleid | 5,- | 9,- | 11,- | 20 | 10 |
| Jungenanzug | 15,- | 25,- | 35,- | 45 | 20 |
| 1 Paar Damenstrümpfe | 1,- | 2,25 | 2,95 | 5 | 4 |
| 1 Paar Kinderstrümpfe | 1,- | 2,- | 3,- | 3 | 4 |
| 1 Paar Socken | 0,75 | 1,90 | 3,- | 3 | 4 |
| Hemd | 1,75 | 7,50 | 5,- | 13 | 15 |
| Unterwäsche Frau: Leibchen | 0,75 | 1,75 | 2,- | 5 | 8 |
| Unterwäsche Frau: Verzeichnis | 0,75 | 1,75 | 2,- | 4 | 8 |
| Unterwäsche Frau: Slipdress | 1,50 | 3,50 | 4,- | 9 | 8 |
| Unterwäsche Mann: Hemd | 1,25 | 2,75 | 3,75 | 9 | 8 |
| Unterwäsche Mann: Hose | 1,25 | 2,75 | 3,75 | 7 | 8 |
| Unterwäsche Kind: Leibchen | 0,50 | 1,- | 1,25 | 3 | 5 |
| Unterwäsche Kind: Hose | 0,50 | 1,- | 1,25 | 4 | 5 |
| Stückgut pro Meter | 0,50 | 0,65 | 1,- | 10 | 5 |
| Kunstseide pro Meter | 1,- | 2,- | 3,- | 5 | 5 |
| Wollstoffe (Damen) | 2,- | 7,- | 5,- | 12 | 5 |
Andere Form
- Ein Beispiel für eine Verteilungskarte ist die Brotkarte, die zur Beschaffung von Lebensmitteln verwendet wird.
Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise
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