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Factoring

Factoring ist eine Form der Schuldnerfinanzierung. Ein Unternehmer überträgt sein Rechnungs- und Schuldnerrisiko auf ein spezialisiertes Unternehmen, die Factoring-Gesellschaft. Als Gegenleistung für eine Entschädigung an dieses Unternehmen erhält der Unternehmer sofort sein Geld. Er muss daher nicht warten, bis seine Rechnungen bezahlt sind.

Hiermit die Schuldnerportfolio an ein externes Unternehmen ausgelagert; der Faktor. Dieser Faktor kann sich auf die reine Finanzierung des Debitorenportfolios beschränken, der Kunde kann aber auch das Debitorenmanagement und das Inkasso an den Factor auslagern, sodass die gesamte Debitorenverwaltung vom Factor übernommen wird. Die Gesellschaft, die den Forderungsbestand an den Factor übertragen oder veräußert hat, erhält bei der Übergabe an den Factor in der Regel einen Prozentsatz des Umsatzes (Verkaufsbetrag abzüglich eines Prozentsatzes für die Factoring-Gesellschaft im Zusammenhang mit Kosten und Zinsen, aber auch Abzug für Ausfallrisiko). Diese wird als Vorauszahlung bezeichnet und liegt im Durchschnitt zwischen 80 und 90 %. Sobald der Schuldner bezahlt hat, erhält das Unternehmen, das seine Schuldner übertragen hat, in der Regel einen Restbetrag.

Der Factor legt Grenzen pro Debitor fest, innerhalb derer das verbundene Unternehmen liefern kann. Die Standards sind in der Regel weiter gefasst als bei der Bankfinanzierung. So können ausländische Schuldner oft problemlos in die Deckung einbezogen werden.

Neben der Finanzierung von Schuldnern kann somit auch die Verwaltung des Schuldnerportfolios Factoring-Unternehmen übertragen werden. Damit eignet sich Factoring von Schuldnern sehr gut für wachsende Unternehmen, da die Größe der Finanzierung mit der Größe des Schuldnerportfolios wächst. Factoring kann ebenso wie Finanzierungsleasing und Immobilienfinanzierung auf den Nenner gestellt werden Objektfinanzierung.

Geschichte und Trends

Factoring gibt es schon seit Jahren, ist aber in den Niederlanden seit 2015 auf dem Vormarsch. In diesem Jahr veränderten Banken, die bisher fast den gesamten Markt ausmachten, die Rahmenbedingungen durch neue Gesetze (Basel III und Basel VI). Seitdem sind verschiedene neue Player mit jeweils eigenen Konditionen auf den Markt gekommen. American Factoring beispielsweise, bei dem Rechnungen einzeln oder seriell übertragen werden, ist seither auf dem Vormarsch und eine der am schnellsten wachsenden alternativen Finanzierungsformen im niederländischen Mittelstand. Seit 2015 verzeichnet die niederländische Wirtschaft das schnellste Wachstum des Factoringvolumens in ganz Europa. Insgesamt wurden im Jahr 2008 Rechnungen im Wert von 30 Milliarden Euro über Factoring-Unternehmen verkauft, verglichen mit 90 Milliarden Euro im Jahr 2017[1]. 2019 betrug das Factoring-Volumen in den Niederlanden 112 Milliarden Euro [2]

Siehe auch