WikiDer > Mimesis
Mimesis (Altgriechisch: μίμησις, Nachahmung). Eine Nachahmung wird nicht nur durch Ähnlichkeit bestimmt: Serienprodukte oder eineiige Zwillinge sind keine Nachahmungen voneinander. Es muss auch einen Unterschied geben: Die Nachahmung muss für einige Sinne dem Original ähneln, aber nicht für alle.
Eigenschaften
Viele Nachahmungen stellen eine Realität dar, die es nicht gibt: Denken Sie an die Zentaur. Der Zentaur setzt sich aus Elementen der existierenden Realität zusammen: Pferd und Mensch sind die Vorbilder. Der Zentaur ist das Original, das seine Existenz nur der Nachahmung verdankt. Mimesis reflektiert also nicht sklavisch die bestehende Realität, sondern schafft eine neue Realität. Die Nachahmung dieser selbsterschaffenen Welt erweist sich jedoch als treu. Und das gilt auch, wenn die Wiedergabe nur suggestiv ist: Was in der Nachahmung nur angedeutet wird, wird oft im Kopf ergänzt.
Ein Spiegelbild ähnelt optisch Punkt für Punkt dem Original, aber man kann es nicht anfassen oder hören. Dadurch zeigt jede Nachahmung sofort, dass es sich um eine Nachahmung handelt. Insofern wird Nachahmung von Täuschung unterschieden und Trompe-l'oeil.
Das Gegenteil von Mimesis ist diegese.
Literatur
Mit Autoren wie Theodor Adorno und René Girard Mimesis bezeichnet die Neigung des Menschen zur Nachahmung (Le désir mimetique).
Kunstphilosophie
In dem Kunstphilosophie bezieht sich auf die Mimesis-Theorie oder Mimesis zur Nachahmung des Wirklichkeit. Der Begriff wurde verwendet von Plato. Platon spitze Kunst (Theater) als Nachahmung: ein Objekt ist bereits eine schlechte Darstellung eines reinen Begriffs; Kunst ist eine schlechte Darstellung eines Objekts und daher eine schlechte Darstellung einer schlechten Darstellung. Aristoteles, ein Schüler von Platon, urteilte jedoch, dass eine gute Nachahmung der Realität eher ein Kunstwerk sei Schönheit gegeben.
schwarzes Quadrat von Kasimir Malewitsch wird von manchen Kunsthistorikern als Meisterwerk, als Ende einer Ära und als Beginn von etwas ganz Neuem angesehen. Jeder könnte dieses Gemälde machen, weil es keine Fähigkeiten oder Fertigkeiten erfordert und das Material wenig kostet. Mit seinem Werk griff er die Regeln der mimetischen Kunst an. Man musste fragen, ob Kunst technisches Können, Illusionismus, Figuration und Sujet erfordert. Diese Denkweise ist längst überholt. Diejenigen mit dem größten Fachwissen und Können gelten nicht mehr als die größten Künstler.
Mimesis in der Literatur
- Erich Auerbach - Mimesis. Die Darstellung der Wirklichkeit in der westlichen Literatur (1991) (Originaltitel: Mimesis. Dargestellte Wirklichkeit in der abendländischen Literatur (1946)).