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Onno Greiner | ||||
| Persönliche Informationen | ||||
| Staatsangehörigkeit | ||||
| Geburtsdatum | 26. Juli1924 | |||
| Geburtsort | Amsterdam | |||
| Sterbedatum | 26. Januar2010 | |||
| Ort des Todes | Amsterdam | |||
| Beruf | Architekt | |||
| RKD-Profil | ||||
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Onno Greiner (Amsterdam, 26. Juli1924 - Dort, 26. Januar2010) war ein Holländer Architekt. Sein Oeuvre umfasst Kulturzentren, Theater, psychiatrische Gesundheitseinrichtungen, Bürogebäude und Einfamilienhäuser. Einige seiner Entwürfe sind Beispiele für die Strukturalismus.
Biografie und Arbeit
Greiner war der älteste Sohn von Johanna Jacoba van Buren Schele und dem Architekten Karel Jacobus (Dick) Greiner. Onno Greiner arbeitete als Zeichner und Bauleiter, bevor er 1950 an der Amsterdamse studierte Akademie für Architektur begann. Nach einigen Jahren als Chef des Salons bei architect Jan Piet Kloos und nach seinem Abschluss an der Akademie gründete Greiner 1958 sein eigenes Architekturbüro in Amsterdam unter dem Namen Onno Greiner Architekt. 1981 schloss sich Greiner dem Architekten Martien van Goor an und im Jahr 2000 trat der Architekt Eric Huijten in die Geschäftsführung ein. Die Agentur existiert bis heute (2015) unter dem Namen Greiner Van Goor Huijten Architecten BV.
Greiner war ein vielseitiger Gestalter: Neben komplexen, öffentlich zugänglichen Bauten wie Kulturzentren und Theater er entwarf zugeschnitten auf bestimmte Patientengruppen und Behandlungsmethoden psychiatrische Zentren. Seine Vorstellungen über den Einfluss des Raumes auf (kranke) Menschen können als Vorläufer von Healing Environment angesehen werden. Unter anderem für die Gemeinsames Verwaltungsbüro (GAK) er hat mehrere Bürogebäude entworfen. Die Begegnung mit Menschen spielt in vielen seiner Bauentwürfe eine zentrale Rolle. Greiners Einfamilienhäuser bilden eine Ausnahme: Sie sind introvertiert und stellen die Privatsphäre der Bewohner in den Mittelpunkt.
Ab den frühen 1960er Jahren wurde Greiner von den sich entwickelnden Strukturalismus. In diesem architektonischen Konzept standen der Mensch und sein Bedürfnis nach Kleinheit und Sicherheit im Mittelpunkt. Greiner war vor allem die Orientierung der Nutzer innerhalb seiner Gebäude wichtig: „Es ist von größter Bedeutung, jedem Nutzer bewusst oder unbewusst mitzuteilen, woher er kommt, wo er hin muss und wo er hin muss“ zu einem bestimmten Zeitpunkt zu gehen.'[1] Greiner war überzeugt, dass diese Klarheit ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit in seinen Gebäuden schaffen würde. Beispiele für strukturalistisch geprägte Entwürfe sind das Jugendbegegnungszentrum „Het Zilveren Schor“ in Arnemuiden, das Kulturzentrum 'De Flint' in Amersfoort und der Stadthalle in Biberach an der Riß (Deutschland).
Greiner war Architekt einer Reihe komplexer Umbau- und Umnutzungsprojekte, wie z Theater auf der Alten Veste in Leiden, die Restaurierung des väterlichen Dick Greiner gestaltete Bibliothek im Betondorf in Amsterdam und die Umwandlung der Kirche der Heiligen Jungfrau in Bergen op Zoom in ein Theater. Im letzten Projekt erhielt ein leerstehendes Gebäude eine neue Funktion, ein Beispiel für nachhaltiges Gebäude durch die Wiederverwendung eines bestehenden Gebäudes.
In der Fachwelt des Theaterdesigns wurde Greiner durch seine Theorie intensiver Raumerfahrung in Theatersälen bekannt. Dabei spielen laut Greiner die Dimensionen und Proportionen der Halle eine wichtige Rolle. Im Gegensatz zum oft üblichen Kino-Setup favorisierte Greiner äußerst kompakte Räume, in denen Zuschauer und Schauspieler möglichst nahe aneinander gebracht werden. Er wollte eine maximale Interaktion zwischen Zuschauern und Schauspielern und den Zuschauern selbst anregen. Seine Raumtheorie wurde wegen der von ihm entworfenen dreidimensionalen elliptischen Räume das „Ei von Greiner“ genannt. Diesen räumlichen Effekt entdeckte Greiner bei den Renovierungsarbeiten des 'Schouwburg aan de Oude Weste'[2] und dann auf alle Raumgestaltungen angewendet, zum Beispiel im Theater von Der Spiegel in Zwolle.
Neben seiner Tätigkeit als Architekt war Greiner Gastdozent u.a. an der Technische Universität Delft und der School of Architecture der Washington University in St. Louis, USA. Aufgrund seiner Erfahrung in der Gestaltung von Theatersälen war er Referent auf zahlreichen internationalen Konferenzen und Symposien zum Thema Theaterbau. Er arbeitete auch für die Organisation Internationale des Scénographes, Techniciens et Architectes de Théâtre OISTAT.
Einige Projekte
- Kulturzentrum Der Schlagzeuger in Hoogeveen (1960-67), neuer Theatersaal (1990-98)
- Terrassenhäuser an der Laan Rozenburg in Amstelveen (1961-68)
- Jugendbegegnungszentrum Het Zilveren Schor in Arnemuiden (1962-67)
- Psychotherapeutisches Zentrum De Viersprong in Halsteren (1966-71)
- Kulturzentrum De Flint in Amersfoort (1966-77), neues Theater (1991-94)
- Wiederherstellung Theater auf der Alten Veste in Leiden (1969-76)
- Kulturzentrum Stadthalle Biberach (1970-77)
- Haus auf Sifnos, Griechenland (1972)
- Renovierung der Twentse Schouwburg in Enschede (1976-85)
- Landratsamt GAK in Hilversum (1978-84)
- Hotel Jan Tabak in Bussum (1980-84)
- Bibliotheksrestaurierung Betondorf in Amsterdam (1981-84)
- Theater in der Kirche der Heiligen Jungfrau in Bergen op Zoom (1986-90)
- Neubau Theater der Königliches Theater Carré (1991)
- Theater in Der Spiegel in Zwolle (2001-06)
Literatur (Auswahl)
- Aloi, R., Teatri e Auditorio (1972) Mailand, p. 401-406.
- Evers, A., Die Zukunft des Architekten. In: Bau Nr. 23 (13.11.1982), S. 131. 48-49.
- Historischer Stadt- und Landkreis Bergen op Zoom, Zu Ehren der Jungfrau. Mit Beiträgen von Ham, W. van, Greiner, O., Rossum, B. van und Lichtveld, W. (1990) Bergen op Zoom, ISBN 90-73437-01-6 .
- Haan, H. de, Der Spiegel. Ein Beispiel für den Theaterbau (2007) Amsterdam, ISBN 978 90 7686 352 8 .
- Heuvel, W. J. von, Strukturalismus in der niederländischen Architektur (1992) Rotterdam, p. 96-99 und 166-168, ISBN 90-6450-123-8 .
- Marck, M. van der (Hrsg.) Onno Greiner Architekt (1985) Amsterdam, ISBN 90-6012-626-2 . Überblick über das Werk bis 1984.
- Meyer-Bohe, W., Bauten für die Jugend (1972) Stuttgart, p. 94-97.
- Niederländische Architekten 1. Niederländische Architekten 1 (1994) p. 100-105, ISBN 90-72007-19-0 .
- Prinz, Andrea, Onno Greiner (1924-2010). Ein Streben nach Klarheit und Sicherheit (2016) Hilversum, ISBN 978-90-8704-609-5 .
- Rooy, M. van, Ein Zirkus aus Stein. Die Architektur eines seltenen Theaters (1996) Amsterdam, p. 104-115, ISBN 90-214-7955-9 .
- Rooy, M. van, Du solltest niemals tun, was der Kunde verlangt (12.07.1974) Kulturbeilage NRC Handelsblad, S. 3 und 6.
- Tucker, K. Ein Leben lang: Radioportraits von Architekten. Interviews mit Architekten; Audiodokument (1993) Hilversum.
Archiv
Große Teile des Archivs von Onno Greiner (Zeichnungen und schriftliche Dokumente) befinden sich in der Sammlung von Das neue Institut im Rotterdam. Het Nieuwe Instituut verwaltet das Staatsarchiv für niederländische Architektur.
Externe Links
| Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise |