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Rinus Wehrmann
Rinus Wehrmann
Rinus Wehrmann, 23. Juni 1971
(Foto: Bert Verhoeff, Sammlung Nationalarchiv)
Allgemeine Information
GeborenDen Haag, März 1951
Bekannt ausHaarausfall

Rinus Wehrmann (Den HaagMärz 1951) war ein niederländischer Wehrpflichtiger aus Den Haag, der Ende Mai 1971 zu fast 2 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, weil er sich weigerte, sich die Haare schneiden zu lassen. Dies führte zu verschiedenen Unterschriftenaktionen und Protestdemonstrationen sowie zu viel medialer Aufmerksamkeit. Einen Monat später, am 23. Juni 1971, erfolgt die vorzeitige Entlassung Wehrmanns.

Wehrpflicht: Entstehung und Überzeugung

Demonstration zur Freilassung Wehrmanns (12. Juni 1971)

Wehrmann erschien am 15. März 1971 als 20-jähriger Soldat bei der Artillerie Ausbildungszentrum in der Cort-Heyliger-Kaserne im Bergen op Zoom. Trotz Anweisung weigerte er sich, zum Friseur zu gehen. Er wurde daher umgehend in Untersuchungshaft genommen, bis die Verhandlung seines Falles vor dem Kriegsgericht erfolgt. Die Soldatenunion VVDM arbeitete bereits an einer Unterschriftenkampagne gegen den obligatorischen Kurzhaarschnitt vom Februar, inspiriert von einer früheren Aktion 1970 des Soldaten Henk van der Horst, der sich geweigert hatte, sich den Bart zu rasieren und den Haarschnitt in Dänemark freizugeben und seit dem 9. Februar 1971 auch ( kurz) in Deutschland Am 26. Mai 1971 wurde Wehrmann vor ein Kriegsgericht gestellt. Er wurde wegen Dienstverweigerung zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt. Die harte Bestrafung sorgte innerhalb und außerhalb der Armee für viel Aufregung. Rund 4.500 Unterstützungsbekundungen gingen im Haus der Familie Wehrmann ein. In Kasernen fanden Demonstrationen statt (z.B. am Juliana von Stolberg-Kaserne in Amersfoort und der Johannes-Post-Kaserne in Havelte). Minister Höhle Toom weigerte sich am 13. Juni Tausende von Unterschriften zu erhalten (eine beabsichtigte Aktion des VVDM, geplant für den 10. Mai 1971). In Den Haag fanden Demonstrationen statt, auch Soldaten waren anwesend.

Frisur freigeben Vrij

Die Aufregung machte Minister Höhle Toom beschließen, die Angelegenheit an den Stammtisch zu verweisen Parlamentarischer Verteidigungsausschuss. Am 16. Juni 1971 beschloss dieses Komitee, dass niederländische Soldaten nun ihre Haare wachsen lassen dürfen. Am 23. Juni wurde Rinus Wehrmann im Berufungsverfahren zu nur 12 Tagen Gefängnis verurteilt.[1] Nach Abzug der Untersuchungshaft wurde er sofort freigelassen. Am 8. Juli trat die neue Friseurordnung in Kraft, wodurch die Friseurwahl unter Berücksichtigung von Hygiene-, Sicherheits- und Betriebserfordernissen (sonst Helmnetzpflicht) freigestellt wurde. Nach etwa 1985 kam die Langhaarfrisur langsam aus der Mode, und ungewöhnlicherweise seit 1997 die Anwesenheitspflicht wurde suspendiert und die Streitkräfte wurden zu einer Berufsarmee.

Rinus Wehrmann war nicht der erste Soldat, der sich weigerte, sich die Haare schneiden zu lassen. 1967 tat ein Soldat aus Haarlem dasselbe und wurde zu 1½ Jahren Haft verurteilt. Am Tag bevor der Fall vor das Oberste Militärgericht kam, beschloss dieser Soldat jedoch, sich die Haare schneiden zu lassen und seine Haftstrafe wurde entsprechend seiner Haftzeit auf 3 Monate Gefängnis reduziert.

Entlassung aus dem Militärdienst

Wehrmann wurde in der Abteilung 107 in Untersuchungshaft genommen Feldartillerie im Lager nicht Harde. Anfang August 1971 wurde er in Utrecht erneut untersucht und aus dem Militärdienst entlassen.

Veröffentlichungen