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Roger Claessen | ||||||||
Roger Claessen im Jahr 1962 | ||||||||
| Persönliche Informationen | ||||||||
| Vollständiger Name | Roger Claessen | |||||||
| Spitzname | Roger la Honte (Roger die Schande) | |||||||
| Geburtsdatum | 27. September1941 | |||||||
| Geburtsort | Widerstand, Belgien | |||||||
| Sterbedatum | 3. Oktober1982 | |||||||
| Ort des Todes | Lüttich, Belgien | |||||||
| Position | Angreifer | |||||||
| Jugend | ||||||||
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| Senioren | ||||||||
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| Länderspiele | ||||||||
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| Ausgebildete Vereine | ||||||||
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Roger Claessen (Widerstand, 27. September1941 - Lüttich, 3. Oktober1982) war ein BelgierFußballspieler. Er war ein Angreifer mit glatten Toren, der zuvor 10 Saisons gespielt hat Standard Lüttich gespielt. Sein Spitzname Roger la Honte ("Roger the Shame") verdankte er vor allem seinem exzessiven Lebensstil.
Claessen wurde 1968 zusammen mit Paul Van Himst Torschützenkönig der belgischen ersten Liga. Insgesamt spielte er auch 17 Mal für die Nationalmannschaft von Belgien. Er starb 1982 im Alter von 41 Jahren. 1998 wurde er von Standard-Anhängern zum Standardspieler des Jahrhunderts gewählt.
Biografie
1956 landete der junge Roger Claessen bei Standard Lüttich. Roger Petit hat es von Etoile Dalhem für 300.000 BEF (ca. 7.500 €) gestohlen. Als großer, starker Angreifer war das Tor für den gebürtigen Lütticher flämischer Abstammung kaum eine Herausforderung. In der B-Mannschaft erzielte er in einer Handvoll Spiele 21 Tore. Wenig später durfte der temperamentvolle Teenager auch mit den großen Jungs spielen.
Standard Lüttich
Claessen war ein echter Torjäger. Er war ballstark und hatte einen harten Schuss. 1958 debütierte er in der ersten Mannschaft von Standard. In dieser Zeit waren Dennis Houf, André Piters, Jean Mathonet und Pol Anoul die großen Namen in der Offensive. Der 17-jährige Claessen hatte zunächst nur wenige Spielmöglichkeiten. Der große Durchbruch gelang in der Saison 1960/61. Anschließend erzielte er 13 Tore in 19 Ligaspielen. Er belegte auch den 5. Platz beim Referendum des Jahres Goldener Stiefel.
Neben dem Fußball war der Lütticher oft in Le Carré anzutreffen, einem bekannten Arbeiterviertel der Fiery Stede. Es war allgemein bekannt, dass Claessen neben Fußball regelmäßig trank und rauchte. Er verbrachte viel Zeit in den Ausgehvierteln von Lüttich und teilte das Bett mit unzähligen Frauen. Darüber hinaus hatte er auch eine Leidenschaft für schnelle Autos, die er unter dem Einfluss mehrmals auf Schrott reduzierte. Trotz seines unverschämten Lebensstils blieb er ein Publikumsliebling und erzielte jede Saison Dutzende von Toren. Es hinderte ihn nicht daran, regelmäßig mit dem Vorstand, dem technischen Personal und den Schiedsrichtern zu kollidieren. Während Claessens Karriere tauchte immer wieder das Gerücht auf, dass der Vorstand ihn am Vorabend wichtiger Spiele einsperren ließ, damit man sicher war, dass ihm nichts passieren würde.
Claessen gewann 1961 und 1963 den nationalen Titel. Mitte der 1960er Jahre spielte er mit Standard drei Pokalfinals in Folge. Im ersten Finale wurde er in der Verlängerung vom Platz gestellt, weil er den Linienrichter geschoben hatte.[1] Standard verlor schließlich 3:2 gegen RSC Anderlecht. Die beiden folgenden Finals gewannen die Rouches mit 1:0 und 3:1 gegen Anderlecht bzw. KV Mechelen.
In Europa erreichte Claessen zweimal das Halbfinale. 1962 waren die Rouches Real Madrid im Halbfinale der ausgeschieden Europapokal I. 1967 stand Standard im Viertelfinale der of Europapokal II gegenüber dem Ungarn Gyric. Die Rouches hatten das Hinspiel mit 2:1 verloren. Das Rückspiel fand am 8. März statt. Claessen kollidierte mit einem ungarischen Verteidiger und brach sich den Arm. Auswechslungen waren noch nicht erlaubt. Claessen blieb abseits, trank eine halbe Flasche Whisky und trat am Ende des Spiels wieder auf das Feld, obwohl ihm der Mannschaftsarzt davon abriet.[2] Wenig später erzielte er das Qualifikationstor. Im Halbfinale stellte sich heraus Bayern München zu stark. Ein Jahr später verpasste der 26-jährige Claessen nur knapp den Goldenen Schuh. Er wurde Zweiter im Endergebnis, nach Preisträger Fernand Boone.
Alemannia Aachen
Es zog am Ende der Saison 1967/68 um Enfant terrible zu Aachen. Vorsitzender Leo Führen hatte viel Geld (300.000 DM) auf dem Tisch für den belgischen Stürmer. Claessen wurde der erste Belgier überhaupt in der Bundesliga. Da Aachen etwa 50 km von Lüttich entfernt liegt, wurden die Spiele der Alemannia Aachen regelmäßig von belgischen Fans besucht.
Claessen fühlte sich in Aachen wohl, erlitt aber im Herbst 1968 einen schweren Schlag, als seine Eltern starben. Nur wenige Monate später trat er wieder auf hohem Niveau auf. Auf seinen Impuls hin wurde der bescheidene Aachener Vizemeister. Nur Bayern München schnitt in dieser Saison besser ab.
In kürzester Zeit hatte er sich in Deutschland als Playboy und Lebemann einen Namen gemacht. Als Trainer Michel Pfeiffer entlassen wurde, ernannte der Verein den strengen Lehrer Georg Stollenwerk zu seinem Ersatz. Claessen gefiel der neue Ansatz nicht. Zudem hinderten ihn zahlreiche Verletzungen daran, oft zu spielen. In den Augen deutscher Anhänger war er ein gescheiterter Transfer. Als Aachen 1970 abstieg, kehrte Claessen nach Belgien zurück.
Karriereende
Claessen landete bei Bierschot VAV, doch auch dort plagte ihn eine schwere Knieverletzung. Beerschot gewann 1971 den Pokal, aber Claessen selbst spielte nicht im Finale. 1972 tauschte er Beerschot gegen Crossing Club Schaerbeekwo er in einen Verteidiger verwandelt wurde. 1972 stieg er mit dem Brüsseler Klub in die zweite Liga ab. Danach spielte er noch einige Jahre für die dritte Liga Bas-Oha. In seinen letzten Jahren als Fußballer eröffnete er auch ein Café.
Tod
Nach seiner Fußballkarriere lebte er eher zurückgezogen. In seiner Freizeit bildete er Jugendspieler aus und veranstaltete Poesieabende. Claessen hat sich von klein auf interessiert Literatur. Am 3. Oktober 1982 wurde er tot in seiner Wohnung aufgefunden. Er starb an einem Herzinfarkt nach der Kombination Valium und Alkohol. Claessen war 41 Jahre alt. Ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod Sport-/Fußball-Magazin dass Claessen Selbstmord begangen hatte.[3]
Ehrentafel
Verein
- Standard Lüttich[4]
- Erste Klasse: 1960–61, 1962–63
- Belgischer Pokal: 1965-66, 1966-67
- Europapokal I: 1961-62 (Halbfinale)[5]
Bierschot[6]
- Belgischer Pokal: 1970–71
Individuell
- Torschützenkönig des Europapokals der Pokalsieger: 1966–67 (10 Tore)[7]
Referenzliste
- ↑VIDEO: Anderlecht - Standard (1965) sporza
- ↑Roger Claessen, dieser "Roger la honte" (3/3) Sport-/Fußball-Magazin, September 2007
- ↑"Standardspieler des Jahrhunderts" beging Selbstmord De Standaard, 26. September 2007
- ↑Standard de Lüttich | Ehrungen. Eurosport. Archiviert am 6. Februar 2016. Zugriff am 6. Februar 2016.
- ↑(und) UEFA.com, Standard Lüttich-Real Madrid 1961 Geschichte | UEFA Champions League. UEFA.com. Zugegriffen unter 8. November 2020.
- ↑Erfolge | Bierschot. www.beerschot.be. Zugegriffen unter 8. November 2020.
- ↑Pokalsieger Pokalsieger. www.rsssf.com. Zugegriffen unter 8. November 2020.
| Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise |
| Vorgänger: Jan Mulder | Torschützenkönig der belgischen ersten Liga 1968 (zusammen mit Paul Van Himst) | Nachfolger: Antal Nagy |