WikiDer > Frost-Primat
Das Frost-Primat war der Vorsitzende des Rhein-Union. Der Titel bestand aus 1806 bis um 1810.
Auf 12. Juli1806 eine Reihe deutscher Fürsten in Paris unterzeichneten die Rheinanleihengesetz. In Artikel 1 brachen diese Fürsten von der Heiliges Römisches Reich. Dies bedeutete praktisch die Auflösung dieses Reiches.
Einer der Unterzeichner war Karl Theodor von Dalberg, der Herrscher der Wahlkreis des ErzkanzlersIn Artikel 4 der Urkunde wurde ihm der Titel Primasfürst verliehen. Der neue Titel für diesen geistlichen Fürsten war notwendig geworden, weil der alte Titel mit der Auflösung des Reiches bedeutungslos geworden war.Weitere Artikel in der Urkunde über den Prinz-Primaten sind:
- Artikel 6, Einsetzung eines Bundestages in Frankfurt. (Dieser Bundestag war als Nachfolger des Reichstags in Regensburg gedacht).
- Artikel 10, der bestimmt, dass der Prinzprimat Vorsitzender dieses Bundestages ist.
- Artikel 11, der bestimmt, dass der Monarchenprimat einen Gesetzentwurf für den Bundestag ausarbeitet.
- Artikel 12, der bestimmt, dass der Kaiser von Frankreich als Beschützer des Rheinbundes den Nachfolger des Prinzprimats nach dessen Tod ernennt.
- Artikel 22, in dem die Annexion der Reichsstadt Rijk Frankfurt mit dem neuen Staat verabredet.
- Artikel 24, in dem der Prinzprimat die Oberhoheit über die Besitzungen der Fürsten und Grafen von Löwenstein-Wertheim erwirbt, soweit sie am rechten Mainufer und der Grafschaft Rieneck liegen (der Mediatisierung).
In einem Vertrag mit dem Großherzog von Hessen-Darmstadt vom 26. September 1806 wurde die Oberhoheit über die Halbherrschaft Niederursel, ein Besitz der mediatisierten Grafen von Solms-Rödelheim. und das Amt Obererlenbach, eine Domäne des Grafen von Ingelheim. 1807 wird die mediatisierte Grafschaft Rieneck vom Grafen von Nostitz gekauft. Diese Grafschaft kann daher vollständig in den monarchischen Primatenstaat integriert werden, der durch den Vertrag vom 16.02.1810 mit Frankreich erlischt. Der Prinz-Primat tritt das Fürstentum Rügensburg an Frankreich ab (danach wird es mit dem Königreich Bayern vereinigt. Die restlichen Gebiete werden in das neu gebildete Großherzogtum Frankfurt, dessen erster Großherzog Karl Theodor wird. Als Thronfolger Eugene de Beauharnais vorgesehen.
Im Rheinbund spielte der Frostprimat übrigens kaum eine Rolle. Der geplante Bundestag in Frankfurt ist nie in Kraft getreten.