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Marcel Matthijs (Ödelem, 11. Januar1899 - Brügge, 30. August1964) war ein flämischSchriftsteller und Politik Aktivist.
Lebenszyklus
Marcel Matthijs wurde als fünfter in einer Familie mit acht Kindern geboren. Er besuchte nur die Grundschule und übte dann verschiedene Berufe aus: Kuhhirte, Klosterdiener in Sperren, Laufbursche und (in Brüssel) Arbeiter in einem Gartenbetrieb. Schließlich wurde er selbstständiger Sitzpolsterer in Oedelem.
1919 verließ er Oedelem und ging auf Arbeitssuche in Wallonien und Frankreich. Er arbeitete einige Zeit in einem Kohlebergwerk bei Charleroi, in Knesselare lernte er das Handwerk Kabelbaumhersteller – Beruf, den sein Vater, Großvater und andere Verwandte traditionell ausgeübt hatten.
Er war auch ein Diener bei Victor de Lille, der Herausgeber von Der treue Maldeghem.
1924 heiratete er und zog nach Brügge - Sint-Kruis (bis 1941). Matthijs hatte einen Sohn und eine Tochter. Er entschied sich endgültig für den Beruf des Polsterers/Dekorateurs, zunächst bei der Firma 'Art Mobilier' in Brügge und ab 1928 bei der Firma Heylen-Witdoeckt. Nach dem Krieg übte er den Beruf selbstständig in Oedelem aus.
Er starb an einem Herzleiden.
Schriftsteller
Matthijs schrieb Gedichte, Meisterwerke, Literaturkritiken und vor allem viele Romane und Erzählungen.
1918 debütierte er mit einer Sammlung von vier Geschichten, in denen Armut, Trunkenheit, Betrug, Krankheit und Tod den Ton angeben. Aber kein Pessimismus, sondern Melancholie und von Herzen kommender Fatalismus. In seinen späteren Werken wird sich daraus eine wütende, anarchische Militanz entwickeln.
Zu seinen bekanntesten Werken gehören
- Der Totschlag (1926) erzählt, wie die Hauptfigur Euzenie ihren Vater mit einem Schürhaken tötet, weil er ihre Mutter totgeschlagen hat
- Anker und Sonnen (1928), in dem die Hauptfigur ein Schwindsüchtiger ist, von dem bereits mehrere Verwandte der Krankheit erlegen sind. Er sucht den Erfolg im Würfelspiel, betrügt, wird verhaftet und stirbt im Gefängnis
- das graue feuer (1929), ein Roman, der in der Bergbauumgebung spielt und sich mit Ausbeutung, Täuschung und allgegenwärtiger Feindschaft beschäftigt.
- der fensterticker (1933), das erste Werk, mit dem er größere Bekanntheit erlangte. Die Hauptfigur hat soziale Erwartungen, die zu Frustration führen. Er ist enttäuscht von der politischen und klerikalen Hierarchie und auch vom Sozialismus. Nur Anarchie scheint der Weg zu sein. Er tut es auf seine Weise, indem er die Fenster der Dorfbewohner einschlägt.
- Kappen (1935) Roman
- Ein Geist auf dem Dachboden (1938). Dieser Roman brachte ihm den Römerpreis der Provinz Westflandern ein und war Charlotte Kohler in das Stück bearbeitet Philosoph.
- Schatten über Brügge (1940) brachte ihm den August-Beernaert-Preis einer der Königliche Akademie für niederländische Sprache und Literatur.
- Der goldene Vogel (1941)
- Menschen im Kampf (1943), Roman, in dem der Nationalsozialismus im Mittelpunkt steht
- Hellegat (1949)
- Wer kann das verstehen? (1949) Roman
- unter dem Turm (1959), Repressionsroman
Politischer Aktivist
Während des Ersten Weltkriegs war er Mitglied der Aktivisten Groeningerwacht in Brügge. Die Gruppe war eine Art Schläger August Borms als sein geistlicher Vater. Matthijs wurde nach dem Krieg vier Monate inhaftiert, aber wegen seiner Jugend ohne Verurteilung freigelassen.
In der Zwischenkriegszeit engagierte er sich im flämischen Nationalismus. Bei den Provinzratswahlen 1936 stand er auf einer Liste des Vlaamsch Nationaal Blok, wurde aber nicht gewählt. 1938, vor den Kommunalwahlen, stand er in Sint-Kruis auf einer „Christenblockliste“.
Während des Zweiten Weltkriegs schloss er sich der Kollaboration der VNV. Von 1941 bis 1944 war er Kriegsbürgermeister von Oedelem. Nach dem Krieg wurde er wegen Kollaboration verurteilt. Er blieb zwei Jahre im Lager Sint-Kruis eingesperrt und im Gefängnis.
Später, nachdem er seine Bürgerrechte wiedererlangt hatte, wurde er 1958 auf einer Volksunionsliste zum Gemeinderat in Oedelem gewählt.
Literatur
- Fernand Bonneur, Marcel Matthijs, Brügge, Desclee de Brouwer, 1965.
- André DEMEDTS, Marcel Matthijs, in: National Biographical Dictionary, Band II, Brüssel, 1966.
- Fernand Bonneur, Marcel Matthijs, in: Brügge Beschrieben. Wie eine Stadt in Texten erscheint, Brüssel, Elsevier, 1984.
- Ferdinand BONNERE, Marcel Matthijs, in: Lexikon der westflämischen Schriftsteller, Torhout, 1984.
- Eveline VANFRAUSSEN, Marcel Matthijs, in: Neue Enzyklopädie der Flämischen Bewegung, Tielt, 1998
Externe Links
- Biografien, Werke und Texte Bei der Digitale Bibliothek für niederländische Literatur (dbnl)
- Profil bei Flämische Schriftsteller
- Biografie[toter Link] bei Literatur im Kontext
- Marcel Matthijs, eine literarische Monographie - Essay von 153 Seiten mit Bibliographie.