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Polaben
Das Territorium der Billungers um das Jahr 1000 mit den Polaben ("Polabi")

Das Polaben waren ein Westslawisch Stamm im heutigen Nordosten Deutschland.

Frühe Geschichte

Wahrscheinlich kamen die Polaben bereits im 7. Jahrhundert nach Deutschland. Das Bayerischer Geograph aus dem 9. Jahrhundert erwähnt drei große in Deutschland lebende slawische Stämme, nämlich die Obodriten, das Wilzen und der Sorben. Die Polaben waren einer der Unterstämme der Obodriten.

Ihr Lebensraum lag damals ungefähr zwischen Lübeck zum Ostsee und der Elbe, im Grenzgebiet von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Dass die Polabs in der Nähe der Elbe lebten, lässt sich auch an ihrem Namen ablesen: "Po-Laba", in Westslawisch „an der Elbe“. Im Laufe der Zeit wurde der Name Polaben auch für andere Stämme in Deutschland verwendet, die einen mit dem one Polar sprach eine ähnliche Sprache.

Das späte Mittelalter

Das wichtigste Machtzentrum der Polaben war Ratzeburg, wo sie a . haben Festung gebaut hatte, benannt nach ihrem Herrscher Ratibor († 1042).

In den ersten Jahrhunderten nach ihrer Ansiedlung in Deutschland waren die Polabs ziemlich autonom, da die Ostfränkisches Reich östlich der Elbe erst allmählich erweitert. Im 9., 10. und 11. Jahrhundert befanden sich die Polaben ständig im Krieg mit verschiedenen deutschen Völkern, insbesondere den Stammesherzogtum Sachsen.

Nach und nach erweiterte der Kaiser das Territorium der Heiliges Römisches Reich aus dem Osten und aus 1021 eine Reihe von slawischen Stämmen einschließlich der Polaben müssen Tribute zahlen. In den folgenden Jahren bauten die deutschen Kaiser ihre feudale Macht über die Polaben und andere slawische Stämme aus. Ein beträchtliches Maß an Autonomie blieb jedoch dank der Feudalsystem möglich.

Im 12. Jahrhundert kam das Gebiet, in dem die Polab lebten, unter die Kontrolle von Holstein und Sachsen. Dies markierte das Ende der Autonomie der Polab. Die Kriege, die die Eroberung ihrer Heimat begleiteten, hatten auch die Bevölkerung der Polab stark reduziert.

Erst nach dieser Eroberung der slawischen Siedlungen wurden die Polabs christianisiert. Zuvor hatten sie eine eigene Religion gehabt, die natürlich viele Ähnlichkeiten mit den Religionen anderer slawischer Stämme in Deutschland aufwies. Die Hauptgöttin der Polaben war siwa.

Nach dem Mittelalter

In den Jahrhunderten nach ihrer Christianisierung wurden die slawischen Stämme im Deutschen Reich und damit auch die Polaben zunehmend germanisiert. So kam es beispielsweise in den Siedlungsgebieten der Polaben zu einer weitgehenden Besiedlung durch Deutsche und immer mehr Einschränkungen wurden den Polaben auferlegt, insbesondere im Hinblick auf ihre Sprachverwendung. Die polabische Sprache starb um die Mitte des 18. Jahrhunderts aus. Auch die Idee einer polabischen ethnischen Identität verschwand schnell.