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Das Bremsmarkierungen sind eine Abkürzungsreihe für alle möglichen Informationen über die Bremsen der jeweiligen Walzmaterial gekürzt werden.
Anordnung der Inschriften
Die Bremsmarkierungen setzen sich aus verschiedenen Abkürzungen zusammen. Zunächst die Bezeichnung des Herstellers und die Art der verwendeten indirekten Druckluftbremse. Nachfolgend die Einstellmöglichkeiten für die indirekte Bremse, getrennt durch Striche. Dann folgen die (falls vorhanden) direkten Bremsen, die Buchstaben werden durch einen Bindestrich getrennt. Schließlich können weitere Hinweise folgen, wie das Vorhandensein von Scheibenbremsen oder speziellen Bremsbacken, elektropneumatischen Bremsen und Notbremsbrücken. Neben all diesen Beschriftungen gibt es meist auch noch eine Liste mit den verschiedenen Einstellmöglichkeiten der Bremsen und den entsprechenden Einstellungen Bremsgewichte (als Einheit für Bremskraft).[1]
Bremsbeschriftungen
In Rot die Werte mit aktivem Gaspedal.
Einstellen der indirekten Bremse
Bremsposition G
Die Bremsstellung G für die indirekte Druckluftbremse ist eine ursprünglich für Güterzüge vorgesehene langsam wirkende Bremsstellung. International wird die Bremsstellung manchmal auch mit einem M (von Merchandises) angegeben. Jetzt sofort Bremsprozentsatz von maximal ca. 80 % beträgt die Höchstgeschwindigkeit 90 km/h. Das Füllen der Bremszylinder dauert etwa 18 bis 35 Sekunden und das Entladen 45 bis 60 Sekunden. Dieser langsame Betrieb ist bei längeren Zügen (bei Güterzügen in den Niederlanden maximal 750 m) notwendig, da sonst der Zug in zwei Hälften brechen könnte. Dies wird dadurch verursacht, dass sich die Druckwelle nicht schnell genug durch die Bahnlinie bewegt.
Bremsposition P
Die Bremsposition P oder RIC für die indirekte Luftbremse war ursprünglich eine Schnellbremsstellung für Personenzüge vorgesehen. Das Füllen der Bremszylinder dauert etwa 3 bis 5 Sekunden und das Entladen 10 bis 20 Sekunden. Damit kann ein Bremsanteil von ca. 100 % erreicht und Personenzüge bis zu einer Geschwindigkeit von 140 km/h gefahren werden. Bei kurzen Güterzügen dürfen mit dieser Bremsstellung Geschwindigkeiten über 90 km/h gefahren werden.
Außerdem gibt es eine Bremsposition P2, die wie die Bremsposition R den Luftdruck bei höheren Geschwindigkeiten auf maximal 5,5 bar erhöht.
Bremsposition R
Die Bremsposition R, steht für Rapid, ist eine schnell wirkende Bremsposition mit erhöhtem Bremsdruck. Bei Geschwindigkeiten über 70 km/h wird der Luftdruck im Bremszylinder auf 8 bar erhöht, bei Geschwindigkeiten unter 55 km/h wird der Druck wieder auf die normalen 3,8 bar reduziert. Befüll- und Entladezeiten sind die gleichen wie bei Bremsposition P. Der Bremsprozentsatz beträgt ca. 125-135%. Im Allgemeinen wird diese Technik bei Fahrzeugen angewendet, die schneller als etwa 120 km/h fahren.
direkte Bremse
Eine direkte Bremse funktioniert nur am jeweiligen Zugfahrzeug.
- A = automatische Lastbremsung, der Bremsprozentsatz bleibt unabhängig von der Last gleich.
- E = elektrische Bremse (Widerstand oder erholsam)
- H = hydrodynamische Bremse (über hydraulisches Getriebe oder über Retarder)
- M = Motorbremse
- Mg = Magnetbremse; nicht als Betriebsbremse, nur als Feststellbremse oder mit Schnellbremsung (bei Geschwindigkeiten über 50 km/h)[2]
- wb = Wirbelstrombremse (auf Deutsch: Wirbelstrombremse); arbeitet mit 60 km/h oder höher
- mZ = direkte Druckluftbremse (auf Deutsch: mit Zusatzbremse); funktioniert nur am Zugfahrzeug selbst
Mit computergesteuerten Bremsen
- pn = Bremsventil für Druckluftbremse als Rückfalloption zusätzlich zur Computersteuerung
- el = direktwirkende elektrische Bremssteuerung
Andere Inschriften
- <R> (gelbes R in gelber Raute)
- Hochleistungsbremse nach UIC 546.II.2. mit einem Bremsanteil von mindestens 135%. Steht oft für andere Inschriften.
- <R> (rotes R in roter Raute)
- Wie gelbes R, jedoch mit Schnellbremsbeschleuniger. Ein Schnellbremsbeschleuniger ist ein System, das bei einem zu großen Druckabfall in der Zugleitung eine feste Luftmenge aus der Leitung ablässt, um die Ansteuerung der Bremsventile zu beschleunigen. Das macht es Bremsgewicht beim schnellen Bremsen erhöht (rote Bremsgewichtsmarkierungen).[1]
- ep gelbe Buchstaben im gelben Rahmen
- Elektropneumatische Steuerung, elektronische Steuerung der Bremsventile. Mit diesem System ist eine Notbremsüberbrückung möglich. Farbe und Rahmen der Buchstaben geben an, über welches Kabel die Signale übertragen werden. (4-adriges, 9-adriges oder UIC-Kabel).
- Symbol zum Auslösen der Notbremse gelbes Symbol im gelben Rahmen
- Notbremsüberbrückung. Der Rahmen des (gelben) Symbols zeigt an, wie das Signal übertragen wird (9-adrig oder UIC-Kabel), siehe auch Abbildung rechts.
- NBÜ
- Notbremsüberbrückung (Deutschland), nicht kompatible Kabel zur Signalübertragung im Fahrzeug.
Tatsächliche Bremse
Wenn am Schienenfahrzeug keines der folgenden Symbole abgebildet ist, werden die Räder selbst mit gewöhnlichen Klotzbremsen gebremst.[2]
- (D) (gelbes D im gelben Kreis)
- Scheibenbremsen (gemäß UIC 545, Anhang G).
- (K) (gelbes K im gelben Kreis)
- Hochbeständiger Bremsschuh Typ K, bestehend aus zusammengesetzt, bestimmt zur Lärmminderung von Güterwagen.
- (L) (gelbes L im gelben Kreis)
- Bremsbacke mit mittlerem Widerstand, Typ L, bestimmt zur Lärmminderung von Güterwagen.
- (LL) (gelbes LL im gelben Kreis)
- Bremsbacken mit niedrigem Widerstand, Typ LL, bestimmt zur Geräuschreduzierung von Güterwagen, können gusseiserne Bremsbacken ohne weitere Änderungen am Bremssystem ersetzen.
Hersteller und Typ
Die folgende Tabelle listet die Abkürzungen auf, die verwendet werden, um den Bremsenhersteller (und manchmal den Typ) anzugeben.[1][3]
| Code | Hersteller | Art |
|---|---|---|
| bd | Breda | |
| bo | bozik | |
| CH | Chamilles | |
| DK | Dako | |
| DM | Davies und Metcalfe | Regelventil DMD 3 |
| DR | Scheißhammer | |
| FL | Bumar-Fablok | |
| FT C | Faiveley-Transport | computergesteuert |
| Schluckauf | Hildebrand-Knorr | |
| k | knorr | einzeln abnehmbar |
| KE | knorr | mit Einheitseffekt |
| KB C | knorr | computergesteuert |
| kk | Kunze-Knorr | in den Varianten g, p und s |
| kkg | Kunze-Knorr | Variante g für Güterzüge |
| kkp | Kunze-Knorr | Variante p für Personenzüge |
| kks | Kunze-Knorr | Variante s für schnelle Personenzüge |
| KZ | knorr | Zweikammerbremse |
| kdic | knorr | |
| kadic | knorr | automatische Bremse |
| ich | Matrossow | einzeln abnehmbar |
| MH | MZT HEPOS | |
| MRP C | Mannesmann-Rexroth | computergesteuerte pneumatische Bremse |
| Ö | Örlikon | |
| W | Westinghouse | einzeln abnehmbar |
| WS | Westinghouse | |
| WA | Westinghouse | Tippe A |
| WIR | Westinghouse | Typ E |
| WU | Westinghouse | Typ U |
| wadi | Westinghouse | automatische Bremse |
| SW | SAB-WABCO |
Bei den Typen Kdi, KAdi und WAdi handelt es sich um Bremsen, die als direkte Bremse auf das betriebene Fahrzeug wirken, aber als indirekte Bremse auf die anderen eventuell angeschlossenen Fahrzeuge.
Einmaliges Lüften bedeutet, dass die Bremse nicht schrittweise gelüftet werden kann. Solche alten Systeme werden nicht mehr verwendet.
Beispiele
Das Band 41/H von Syntus hat als Bremskennzeichnung "MRP C-pn-P-A-H-Mg (D)". Hierbei handelt es sich um eine computergesteuerte pneumatische Bremse (indirekte Bremse) mit Bremsstellung P von Mannesmann-Rexroth. Die Bremse ist lastabhängig und arbeitet mit Scheibenbremsen an den Achsen. Als Rückfalloption für die Computersteuerung steht ein Bremsventil zur Verfügung. Die Zuggarnitur verfügt außerdem über eine hydrodynamische und magnetische Bremse.
Die in Deutschland eingesetzten Lokomotiven Baureihe 146 haben, wie nebenstehendes Foto, die Bremsmarkierungen
Neben den Bremsmarkierungen steht das Gewicht der Lokomotive (84 Tonnen) und daneben die Bremsgewichte. Das Symbol unter dem Buchstaben G mit dem Wert von 45 Tonnen ist die Federspeicherbremse, die eine Feststellbremse ist.
Siehe auch
Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise
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