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Hugo Strasser
Hugo Strasser (2013), Frankfurt am Main

Hugo Strasser (München, (Schwabing)7. April1922Grasbrunn-Neukeferloh, 17. März2016) war ein DeutscheKlarinettist, Komponist und Bigband-Leader. Sein Orchester ist vor allem bekannt für seine Gesellschaftsmusik, vor allem durch die Serie"Tanzplatte des Jahres" und die Auftritte bei vielen nationalen und internationalen Tanzwettbewerbe.

Biografie

Strassers Vater stammte aus einer Bauernfamilie in Jetzendor und war Schulhausmeister, seine Mutter kam aus Schrobenhausen. Als Kind von sieben Jahren spielte Strasser schon SoloMundharmonika in einem Kinderprogramm für die Bayerischer Rundfunk. Ab seinem sechzehnten Lebensjahr studierte er Klarinette an der Akademie der Tonkunst in München bei Prof. Arnold, der damalige Solokarinettist der player Bayerische Staatsoper. Nach seinen eigenen Worten spielte er nicht ganz nach den Regeln der klassischen Musik, sondern benutzte in seinem Spiel zu viel Vibrato, wie bei Unterhaltungsmusik und Jazz war üblich. Denn das wollte er eigentlich am liebsten spielen, aber zu Zeiten des Nationalsozialismus war Swing verboten. Im 8. Semester musste er Wehrdienst leisten und setzte sein Musikstudium an der Heeresmusikschule in . fort Buckeburg, mögen James Last, Roy Etzel und Horst Fischer. Nach dem Zweiter Weltkrieg er arbeitete als Jazzmusiker in verschiedenen amerikanischen Clubs in Deutschland. Hier spielte er zusammen mit vielen seiner Idole wie Graf Basie, Lionel Hampton, Ella Fitzgerald und Louis Armstrong.

1949 trat er dem Orchester bei, zunächst als Sextett und danach große Band, von Max Greger als Altsaxophonist und Klarinettist. Das Orchester von Max Greger schnell national und international sehr erfolgreich und unternahm mehrere große Tourneen. Strasser wollte nicht lange von seiner Familie getrennt sein und hatte auch den Traum, ein eigenes Orchester zu leiten.

Band

1954 war es soweit. Die Gründung einer eigenen Band. Die Band bestand zunächst aus acht Musikern, wurde aber im selben Jahr zu einer Bigband mit sechzehn Musikern ausgebaut. Ein Jahr lang spielte er mit seinem Orchester in der Deutsches Theater in München und im Bayerischer Rundfunk sie spielten in vielen Produktionen und Live-Übertragungen. Dadurch erlangten sie schnell nationalen Ruhm. Im Laufe der Jahre wurde der berühmte Strasser-Sound, in dem die von Strasser gespielte und von den Gebrüdern Keilwerth in Gelnhausen eigens für ihn entwickelte Klarinette die Hauptrolle spielt. Ein großer Vorteil für diesen Strasser-Sound war, dass die Arrangeure selbst auch Musiker im Orchester waren. Die Arrangements sowie viele Kompositionen wurden neben Strasser selbst meist von dem Tenorsaxophonisten Werner Tauber, dem Posaunisten Hans Ehrlinger, dem Trompeter Etienne Cap und dem Gitarristen Dirk Schweppe gemacht. Auch sein Sohn Thomas Strasser (Gitarre) (*1952) gehört seit vielen Jahren als Musiker, Arrangeur und Komponist zum Orchester. 2009 besteht das Orchester neben Strasser an der Klarinette aus fünf Saxophonen, drei Trompeten, drei Posaunen, Keyboard, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Obwohl es das Orchester seit mehr als fünfzig Jahren gibt, gab es seit langem kaum Veränderungen in der Besetzung.

Heiße Fünf

Anlässlich des Konzerts zu Ehren von Strassers 65. Geburtstag wurde seine Swingband Hot Five gegründet. Zusammen mit Ladia Base (Klavier und Arrangements), Martin Schmid (Bass), Uwe Gehring (Gitarre) und Werner Schmitt (Percussion) geben sie jedes Jahr mehrere Jazzkonzerte, bei denen Improvisation im Mittelpunkt steht. Seit einiger Zeit wird diese Combo regelmäßig von der Sängerin Eva Pantelli ergänzt.

Musik

In den Anfängen von Strassers Orchester gab es Deutschland eigentlich kein Orchester, das sich auf Tanzwettbewerbe spezialisiert hat. Strasser, wie er selbst sagt, hat diese Marktlücke entdeckt und sich darauf spezialisiert Gesellschaftsmusik. Das Fachmagazin Tanz-illustrierte und der ADTV, Allgemeiner Deutscher Tanzlehrerverband hatte begonnen, Tanzplatten zu veröffentlichen, zunächst mit einem Orchesterleiter orchestra Bela Sanders. 1965 baten sie Strasser um eine Tanzplatte, die den Anforderungen des Welttanzprogramms entsprach. Die LP wurde benannt Die Tanzplatte des Jahres und war der Beginn einer langen Erfolgsserie, die bis 1996 andauern sollte. Die letzte in dieser Serie hieß Tanzen 2000 - Das Album 1995/96. Der letzte Song auf diesem Album war Danke schöne womit Strasser sich bei allen seinen Fans bedankte. Die erste LP hatte keine Jahreszahl im Titel aber von nog Die Tanzplatte des Jahres 1966/67 das hat sich geändert. Strasser hatte das exklusive Recht an dem Titel bis 1976 Die Tanzplatte des Jahres. Danach haben die Orchester von Max Greger und Günter Noris verwendeten diesen Titel auf ihren Alben.

Neben Ballsaal-Platten veröffentlichte Strasser auch mehrere leichtes Zuhören und Party-LPs. Auch unzählige Fernsehsendungen, wie zum Beispiel Musik ist Trumpf, Wir machen Musik, Sing mit mir - Tanz mit mir und Mit Musik geht alles besser wurden von Strasser und seiner Band unterstützt. Für diese Shows, aber auch für Aufnahmen, wurde das Orchester regelmäßig um ein Streichorchester und Begleitsänger erweitert.

Eine Kuriosität in Strassers Aufnahmen ist das Album Was ich sagen wollte von 1989. Auf diesem Album singt Strasser selbst die von ihm komponierten Titel. Die Texte wurden von Claudia Schwarz geschrieben.

Strasser ist auch ein gefeierter Komponist und Arrangeur. Viele der englischen und Wiener Walzer auf seinen LPs wurden von ihm komponiert. Seine SchlagerEdelweiß vom Wendelstein mehr als 600.000 Singles wurden verkauft und der Jazzsong Einsame Trompete wurde vom Trompeter gespielt Ray Anthony ein Welterfolg. 1964 komponierte er die Musik für den Film Das Mädel aus dem Böhmerwald.

Swing-Legenden

Zusammen mit Freunden/Kollegen Max Greger(Saxophon) und Paul Kuhn(Gesang und Klavier) Strasser bildete das Trio seit 2006 Swing-Legenden. Dieses Trio wurde anlässlich des 80-jährigen Bestehens von Max Greger. Unterstützt von der SWR Bigband sie spielten unter anderem die Musik von ausverkauften Sälen Glenn Miller, Herzog Ellington und Graf Basie. Für den Gesang sorgten unter anderem die Zick Schwestern und der Kessler-Zwillinge. Gestorben im Jahr 2013 Paul Kuhn und im Jahr 2015 Max Greger. Strasser selbst starb 2016 im Alter von fast 94 Jahren.

Diskografie (unvollständig)

  • Schicke Tanzmusik (1962-63); Mode tanzen wie letkuss und Madison
  • Turniertanz-Trümpfe (1963)
  • Die Tanzplatte des Jahres (30 Exemplare; 1966 bis 1996; seit 1982 als digitale Aufnahme, seit 1984 auch als CD)
  • Das Goldene Tanzalbum 1 - 4 (1967-1968; Teil 1: Valencia - Die Goldenen 20er Jahre; Teil 2: In the Mood - Melodie und Rhythmus; Teil 3: Warum müssen Jahre vergehen - ewig junge Filmschlager; Teil 4: Gestern - Vom Twist zum Beat)
  • Das Goldene Tanzalbum (2LP)
  • Tanzen im Dunkeln
  • Goldene Weltstadt Melodien (1967)
  • Das Goldene Hausparty-Album 1 - 3 (1968)
  • Mit Hugo Strasser im 3/4-Takt (1968)
  • Das Goldene Hausparty-Album 4 - 6 (1969)
  • Tanzweltmeisterschaft 1970
  • Filmhits zum Tanzen (1970)
  • Tanztest-Platte (1971/72);
  • Tanzhits '71 bis '73 (1971 bis 1973; schlagen- und Rockmusik)
  • Romantische Party (1972; Diese LP wurde quadrophon aufgenommen)
  • Olympia-Ball (1972; eigens komponierter Titel für die Olympia im Sapporo und München)
  • Olympia-Party
  • Swingende Weihnachten (1973, bekannte Weihnachtslieder)
  • Die tanzende Klarinette (1973; Traditionals aus aller Welt in einem engen Rhythmus)
  • Hitparty des Jahres (7 Stück; nummeriert 1 bis 7; zuletzt 1981)
  • Alpen-Schlager-Festival Ferienhit-Hop (1974; Alpenhits in schwingender Jacke)
  • Der Goldene Tanzschuh (1974; Opernmelodien zum Tanzen)
  • Blaue Hawaii-Party (1977)
  • Tanzgala (1980; aufgenommen anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Orchesters)
  • Tanzgala international (1981)
  • Tanzgala Folge II (1983)
  • Sommer-Top-Hits (1987)
  • Der Goldene Tanzschuh (1986; Musik aus dem gleichnamigen ZDFÜbertragung)
  • Swing mit mir - Tanz mit mir (1988; Musik von Franz Grothe)
  • Die ganze Welt ist himmelblau (1989; Musik von Robert Stolz)
  • War ich sagen wollte... (1989; Hugo Strasser singt)
  • Tanz! Tanz! Tanz! (1990; Peter KreuderMelodien)
  • ARD Meistergala '92 (1992)
  • Wer ist ein Traum? (1998)
  • schwing es einfach (1999; mit seinen Hot Five)
  • Swing Feelings 1, Gestern, Heute, Morgen (2001; mit der Heinrich Haas Combo)
  • Swing Feelings 2, Winter Wonderland (2001; mit der Heinrich Haas Combo)
  • Hugo Strasser und Seine Hot Five (2003)
  • Swing Feelings 3, Sinatra (2004; mit der Heinrich Haas Combo)
  • 85 Jahre - Musik ist mein Leben (2007)
  • Schaukel Hugo Schaukel (2009)
  • Unzählige Sammelalben

Externer Link