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Peter Raedts
Peter Raedts
Raedts im Jahr 2020
Allgemeine Information
Vollständiger NameP.G.J.M. Raedts
Geboren1. November 1948
GeburtsortHeerlen
Verstorben27. Februar 2021
Ort des TodesUtrecht
BerufHistoriker
Arbeit
GenreSachbücher
Berühmte WerkeDie Entdeckung des Mittelalters
dbnl-Profil
Portal  Portalsymbol  Literatur

P.G.J.M. (Peter) Raedts (Heerlen, 1. November1948Utrecht, 27. Februar2021) war ein Holländer Historiker.

Biografie

Raedts war ein Einzelkind. Er wurde in einem wohlhabenden und katholischen Familie des Bergbauingenieurs. In der fünften Klasse des Gymnasiums beschloss er, Priester zu werden.

Raedts studiert mittelalterliche Geschichte und mittelalterliche Philosophie zum Universität Utrecht und dann Theologie im Amsterdam. 1984 promovierte er an der Universität von Oxford über eine Dissertation über den englischen Theologen des 13. Richard Rufus von Cornwall. Dies unter dem berühmten mittelalterlichen Sir Richard Süd.

Von 1983 bis 1997 war Raedts Lehrer für Kirchengeschichte des Mittelalters und Reformation im Utrecht und dann in Führen. 1994 wurde er zum ordentlichen Professor für mittelalterliche Geschichte an der Katholische Universität Nijmegen. Seine Spezialitäten sind die Geschichtsschreibung aus und über das Mittelalter, die mittelalterliche Theologie und die Päpste aus dem Mittelalter. Im Herbst 2013 verabschiedete sich Raedts von der Radboud University. Am 20. Dezember desselben Jahres hielt er seinen Abschiedsvortrag und seine Abschiedsrede mit dem Titel: Die Erfindung der römisch-katholischen Kirche.

Raedts war lange Zeit ein frommer und nach eigener Aussage "sehr konservativ" katholisch. Nach seiner Ausbildung zum Priester (1966-1968) war er über dreißig Jahre alt Jesuit. Schon in jungen Jahren lernte er die uralte katholische Tradition kennen, als sein Vater ihn bei einer Messe in der Aachener Dom sagte, dass es genau so war wie zur Zeit von Karl der Große: mit den gleichen Akten und Gesängen in der gleichen Sprache. Diese Kontinuität in der Liturgie hat Raedts tief beeindruckt.[1] Ende der neunziger Jahre trat auch Raedts aus dem Jesuitenorden aus, weil er immer mehr Ärger mit der Moral, den Dogmen der Kirche hatte, blieb aber Katholik. Nach seiner Pensionierung hielt er unter anderem Gastvorträge. Außerdem war er eine Informationsquelle für die Museum Catharijneconvent für religiöse Kunst.

Er starb am 27. Februar 2021 an den Folgen eines Sturzes.[2]

Die Entdeckung des Mittelalters

2011 erschienen im Verlag Weltbibliothek Raedts Buch Die Entdeckung des Mittelalters: Geschichte einer Illusion. Dieses Werk hat nicht das Mittelalter zum Thema, sondern die Art und Weise, wie die mittelalterliche Vergangenheit in späterer Zeit berücksichtigt wurde. Raedts zeigt, dass unser Bild des Mittelalters einer jahrhundertelangen Mythenbildung und „Konstruktion“ durch so unterschiedliche Denker wie Petrarca, Rousseau und Schäfer. Es wird erklärt, welche Rolle die mittelalterliche Vergangenheit in der Bild- und Geschichtsschreibung spielte Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Die Niederlande, und wie kommt es, dass letztere eine Ausnahme davon ist.

Raedts sieht das Mittelalter lieber als die Zeit von 1000 bis 1800. Dies steht im Gegensatz zur traditionellen Bildungsauffassung, die das Mittelalter als die Zeit von 500 bis 1500 ansieht. Er begründet dies mit der Dreiteilung alt, Mitte, Neu, denn diese Dreiteilung ist tief in unserem historischen Bewusstsein verwurzelt.

Die Entdeckung des Mittelalters wurde 2011 für den . nominiert Libris-Geschichtspreis. Am 26. Februar 2012 war Raedts zu Gast in der Fernsehsendung Bücher für eine Diskussion über Die Entdeckung des Mittelalters.[3]

Publikationen (Auswahl)

  • 'Der Kinderkreuzzug von 1212', Artikel in: Zeitschrift für mittelalterliche Geschichte 3 (1977), 279-324.
  • Richard Rufus aus Cornwall und die Tradition der Oxford-Theologie, Oxford 1987 (These).
  • „Die mittelalterliche Stadt als heiliger Ort“, in: Charles Caspers und Marc Schneiders (Hrsg.), Omnes umständlich (Lager 1990) 144-154.
  • 'Zur Verteidigung von Kirche und Land, die mittelalterliche Vergangenheit zwischen Renaissance und Aufklärung', Artikel in: Zeitschrift für Geschichte 115 (2002) 356-382
  • 'Darstellungen des Mittelalters in der aufklärerischen Geschichtsschreibung', Artikel in: Die Zeitschrift für mittelalterliche Geschichte 5 (2002) 1-20.
  • „Ordnung der mittelalterlichen Vergangenheit: England und der Kontinent im Vergleich“, Artikel in: Kommunio Viatorum 46 (2004) 168-191.
  • Scholastik, in: E.A. Livingstone (Hrsg.), Das Oxford Dictionary of the Christian Church (dritte Auflage; Oxford 2005) 1476-1479.
  • Die Entdeckung des Mittelalters: Geschichte einer Illusion, Amsterdam 2011.
  • Die Erfindung der römisch-katholischen Kirche, Amsterdam 2013.