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Wilhelm Rust (dessau, 15. August1822 - Leipzig, 2. Mai1892) war ein DeutscheKomponist, Musikwissenschaftler, Bach-Experte und von 1880 bis 1892 Kantor des Thomaskirche im Leipzig.
Leben
Ruhe, Enkel des Komponisten Friedrich Wilhelm Rost (1739-1796) und Onkel seines Urenkels und Namensgebers Friedrich Wilhelm Rust (1902-1972), studierte von 1840 bis 1843 an der Singakademie von dessau. Er wurde von Friedrich Schneider unterrichtet und arbeitete anschließend als Musiklehrer für eine Adelsfamilie in Ungarn. 1849 kehrte er nach Deutschland zurück und arbeitete in Berlin als Lehrer Klavier, Singen und Komposition. 1857 wurde er Mitglied der Sing-Akademie Berlin und der vom Komponisten Georg Vierling gegründeten Bach-Gesellschaft. 1861 wurde er Organist der Lukaskerk und 1862 Chorleiter der Bachgesellschaft. 1868 erhielt er den a Ehrendoktor des Universität Marburg. Seit 1870 lehrte er auch an der Stern Konservatorium in Berlin.
Rust trat 1850 der neu gegründeten Bach Gesellschaft te Leipzig. Seit 1853 arbeitet er an der Herausgabe der Werke von Johann Sebastian Bach. 1858 übernahm er dies. Er wendete für die damalige Zeit neue Methoden der Archäologie zu musikalischen Ressourcen. Seine Vorworte zu den Einbänden der Edition waren einflussreich. Zu seinen Zeitgenossen zählte er, Philipp Spitta und Johannes Brahms als die größten Bach-Kenner.
1878 wurde er Organist der Thomaskirche in Leipzig und nach dem Tod von Ernst Friedrich Richter sein Nachfolger als Kantor an der Thomas Schule. Außerdem unterrichtete er Theorie, Komposition und Orgel an der Leipziger Konservatorium. Er selbst komponierte hauptsächlich Kirchenmusik.
2008 wurde die Bibliothek der library Universität zu Halle (Saale) entdeckte eine bisher unbekannte Kopie von Rust von a Korallen Fantasie von Bach, von denen bis dahin nur fünf Takte bekannt waren.[1]
"Der Restfall"
Rust lieferte kurz vor seinem Tod eine Ausgabe von zwölf Klaviersonaten seines Großvaters Friedrich Wilhelm Rust (1739-1796). Es verursachte einen Schock in der Musikwelt, denn nach Meinung vieler war diese Musik der von Ludwig van Beethoven und bereitete damit den Weg für die Romantik. Ein Vergleich des deutschen Musikwissenschaftlers Ernst Neufeldt zwischen der Ausgabe und dem Original Autogramm zeigte jedoch 1912, dass sich Wilhelm Rust selbst gründlich in die Arbeit seines Großvaters eingemischt hatte. Passagen, die im Kontext des 18. Jahrhunderts als revolutionär galten, wurden erst Ende des 19. Jahrhunderts hinzugefügt oder bearbeitet. Wilhelm Rust, der bereits gestorben war, als seine "Täuschung" bekannt wurde, hatte seine Eingriffe in diese Sonaten nicht erwähnt. Seine Ausgabe gilt seitdem als Mystifikation angesehen und hat sich seinen Ruf als Musikwissenschaftler erworben posthum nicht gut gemacht.[2]
Arbeiten (eine Auswahl)
- Klaviermusik
- Sonate C-Dur
- Fantasie in B-Dur
- Nachtschwärmer
- Beethoven. Tondichtung für Pianoforte
- Vokalmusik
- Motette für Solo und achtstimmigen Chor: Der Hundertdreßigste Psalm. Aus der Tiefe ruf ich, Herr zu dir!
Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise
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