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Martin Karplus
Nobelpreisträger Martin Karplus
15. März1930
Martin Karplus im Jahr 2013
GeburtslandÖsterreich
GeburtsortWien
NobelpreisChemie
Jahr2013
Grund"Zur Entwicklung von Multiskalenmodellen für komplexe chemische Systeme"
Zusammen mitMichael Levit
Arieh Warshel
VorgängerBrian Kobilka
Robert Lefkowitz
NachfolgerEric Betzig
Stefan Hell
William Mörner
Portal  Portalsymbol  Chemie

Martin Karplus (Wien, 15. März1930) ist ein amerikanischTheoretischer Chemiker von jüdisch-österreichisch Abstammung. 2013 wurde er mit dem Nobelpreis für Chemie zusammen mit Michael Levit und Arieh Warshel zur Entwicklung von Multiskalenmodellen für komplexe chemische Systeme.

Biografie

Karplus wurde in Wien als Sohn von Hans und Isabella (Goldstern) Karplus geboren. Er floh 1938 mit seiner Familie nach der Anschluss von Hitler an die Vereinigte Staaten. In seiner Jugend galt sein Interesse der Natur. Als junger Vogelbeobachter arbeitete er kurz in Alaska, wo er bei der Erforschung der Vogelnavigation half.[1]

Anstatt Biologie zu studieren, entschied er sich für Chemie und Physik an der Harvard Universität und promovierte unter Linus Pauling zum Kalifornisches Institut der Technologie. 1953 arbeitete er in der theoretischen Chemie an der Universität von Oxford, das Universität von Illinois und ist seit 1979 mit Harvard als Professor in Chemie. Sein Bruder Robert Karplus ist bekannt Physiker zum Universität von Kalifornien, Berkeley.

Arbeit

Während seiner fünf Jahre an der University of Illinois arbeitete er an Kernspinresonanz (NMR), mit dem er die Bindungswinkel von Wasserstoffatomen im Ethanolmolekül untersuchte. Da die Berechnung sehr mühsam und zeitaufwendig war, entwickelte er ein Computerprogramm für das ILLIAC.[1] 1959 veröffentlichte er einen Artikel mit der sogenannten Karplus-Gleichung, einer Gleichung, mit der Chemiker die Molekülstruktur organischer Moleküle anhand von NMR-Messergebnissen bestimmen. Im folgenden Jahr wurde Karplus am Watson Scientific Laboratory, einem von IBM finanzierten Forschungszentrum der Vereinigten Staaten, angestellt Universität von Columbia

Mit Warshels Computerprogramm zur Modellierung komplexer Moleküle konnten sie 1972 die chemisch relevante Verbindung zwischen dem quantenmechanischen und dem klassischen physikalischen Modell nachweisen.[2] Für diese Modellierung verwendeten er und Warshel Netzhaut, ein Protein, das eine wichtige Rolle in der Netzhaut spielt. Unter Lichteinfluss gehen Elektronen in der Netzhaut in einen energetisch angeregten Zustand über, gleichzeitig verändert sich die molekulare Struktur des Proteins.